Die neue Norm EN 54-23

Nach EN 54-23 zertifizierte Blitzleuchten von Pfannenberg

In den meisten europäischen Ländern wird noch in 2013 die EN 54-23 für optische Signalgeber in Kraft treten. Damit werden alle der bislang zugelassenen optischen Signalgeber ihre Zulassung verlieren und dürfen für Neuinstallationen nicht mehr verwendet werden. Insbesondere haben alle optischen Signalgeber, die nicht der EN 54-23 entsprechen, zum 1.3.2013 die VdS-Zulassung verloren.

Als erster Hersteller bietet Ihnen Pfannenberg Blitzleuchten, die nach der neuen Norm sowie nach VdS zertifiziert sind: Die Blitzleuchte PY X-S-05 und das Schall/Blitz-Kombigerät PA X 1-05, in den normgerechten Kalottenfarben rot und klar. Die Montageposition der Blitzleuchte ist frei wählbar. Dies ermöglicht eine flexible Installation und minimiert die Anzahl der benötigten Signalgeber.

 

Abb. PY X-S-05 und PA X 1-05

Ihre Vorteile beim Einsatz von EN 54-23-zertifizierten Blitzleuchten:

  • Planungssicherheit in der Projektierung
  • Sicherstellung einer konformen Brandalarmierung
  • Minimierung des Haftungsrisikos
  • Für Systemintegratoren und Hersteller von Brandmeldezentralen:
    Sicherheit hinsichtlich der Systemanforderungen und Kompatibilität
  • Für Gebäudebetreiber: Ggf. Minderung des Versicherungsbeitrages

Hintergründe und Fachtexte zur neuen Norm

  • Erfahren Sie mehr...

    Nicht nur der wachsende akustische „Smog“ macht es schwieriger, ein Alarmsignal wahrzunehmen und richtig zu deuten. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation von 2005 sind weltweit 278 Millionen Menschen von leichten bis gravierenden Hörbeeinträchtigungen betroffen. Aus diesem Grund und aus Sicht der Nichtbenachteiligung von behinderten Menschen (in Deutschland und anderen Ländern geregelt durch das Behindertengleichstellungsgesetz) werden vermehrt optische Signalgeber als Ergänzung zu akustischen Signalen eingesetzt. Um die geforderte Gleichstellung zu gewährleisten und damit eine barrierefreie Nutzung von Bereichen sicherzustellen, wird eine Alarmierung mindestens im 2-Sinne Prinzip gefordert (z.B. gemäß DIN 18040-1, Kapitel 4.4). Somit ist neben der akustischen Alarmierung also auch eine optische gefordert. Das trifft im Übrigen nicht nur für Brandmeldeanlagen zu, sondern auch für Alarmierungen durch Hausalarmanlagen oder Gefahrenwarnanlagen.

    Der Einsatz einer zusätzlichen, optischen Alarmierung gilt auch speziell für Umgebungen, wo der Geräuschpegel sehr hoch und dadurch eine sichere Wahrnehmung des akustischen Signals nicht immer gegeben ist. Während für den amerikanischen Markt mit der NFPA 72 schon länger eine Regelung für derartige Geräte existiert, gab es in Europa kein Technisches Regelwerk, was die Leistungsfähigkeit der optischen Signalgeber vorschreibt. Dies hat sich nun geändert. In vielen Alarmierungsfällen, in denen bisher ausschließlich akustische Signale verwendet wurden, muss nun auch optisch gewarnt werden. Die EN 54-23 stellt dabei erstmals auch Anforderungen an die Lichtleistung und Lichtverteilung.

Die Anforderungen der EN 54-23 in der Praxis

  • Beleuchtungsstärke

    Gefordert ist eine Beleuchtungsstärke von min. 0,4 lux (lm/m²) im gesamten sogenannten Signalisierungsbereich, also jenem Raum, in dem das optische Alarmsignal wirksam werden soll (z. B. Produktionshallen).

  • Lichtfarbe

    Der optische Signalgeber muss weißes oder rotes Blitzlicht abgeben.

  • Blinkfrequenz

    Die Blinkfrequenz muss zwischen 0,5 Hz und 2 Hz liegen.

  • Signalisierungsbereich

    Optische Signalgeber müssen mindestens die Anforderungen an den Signalisierungsbereich in einer der drei folgenden Kategorien erfüllen: deckenmontierte Signalgeber C; wandmontierte Signalgeber W; oder O für Signalgeber, bei denen die Montageposition offen gelassen ist. Um dieses zu erreichen, muss die Lichtintensität der Signalgeber im Vergleich zu den bisher eingesetzten deutlich gesteigert werden. Dieses wird auch eine erhöhte Leistungsaufnahme mit sich bringen.


Die Montagekategorien

  • Deckenmontage (C)

    Geräte der Kategorie C werden mit der Angabe C-x-y beschrieben. „x“ steht für die in Meter (m) gemessene maximale Anbauhöhe, in welcher der Signalgeber angebracht werden darf. Während „y“ den Durchmesser des zylinderförmigen Signalisierungsbereiches angibt. Neben der Vorgabe des zylindrischen Signalisierungsbereiches sind die Geräte nur für Höhen bis 3, bis 6 oder bis 9 m klassifiziert.
    Bsp: C-3-7,5. steht für einen deckenmontierten Signalgeber mit einem zylindrischen Signalisierungsbereich von 7,5 m Durchmesser und einer Anbauhöhe von max. 3 m.

  • Wandmontage (W)

    Geräte der Kategorie W werden mit W-x-y beschrieben. „x“ steht für die in Meter (m) angebene maximale Befestigunghshöhe des Signalgebers an der Wand mit einer Mindestinstallationshöhe die 2,4 m beträgt. „y“ beschreibt die quadratische Grundfläche des quaderförmigen Signalisierungsbereiches. Bsp: W-2,4-8 steht für einen wandmontierten Signalgeber, mit einem quaderförmigen Signalisierungsbereich von 2,4 m x 8 m x 8 m, wenn er in einer Höhe von 2,4 m angebracht ist.

  • Offene Montage (O)

    Für Signalgeber der Kategorie O muss der Signalisierungsbereich, in der die geforderte Beleuchtungsstärke erreicht wird, vom Hersteller angegeben werden. Es werden keine Restriktionen an die Formgebung des Raumes gestellt. Aus Anwendersicht ist dieses die flexibelste und wirtschaftlichste Lösung, da zum einen nicht zwischen Decken- und Wandmontage unterschieden werden muss (Minimierung Lagerbestand) und zum anderen der größtmögliche Signalisierungsbereich des Signalgebers erreicht wird.


Fazit und Empfehlung

  • Geräte der Kategorie O sind die flexibelste Lösung

    Der Signalgeber kann wahlweise an Decke, Wand oder anderen Positionen montiert werden, während Geräte der Kategorie C und W nur entsprechend Ihrer Klassifizierung montiert werden dürfen.

  • Geräte der Kategorie O sind die wirtschaftlichste Lösung


    • Es wird für alle Montagepositionen nur ein Signalgerät benötigt. Damit wird eine doppelte Lagerhaltung vermieden.

    • Keine Einschränkung bei der Montagehöhe – Geräte mit der Bezeichnung C-3-y sind z. B. für Deckenhöhen von 3,2 m nicht zugelassen und es muss auf ein Gerät der Kategorie C-6-y zurückgegriffen werden, das für diese Anwendung deutlich überdimensioniert wäre.

    • Die Formgebung eines Zylinders ist in der Regel nicht kompatibel mit der von Räumen. Der eigentliche Signalisierungsbereich des Gerätes wird zunächst auf eine Zylinderform reduziert. Um die Form des Zylinders dann anwenden zu können bzw. die Signalisierung eines Raumes planbar zu machen, ist eine erneute Reduzierung des Signalbereichs auf die größtmögliche quadratische Fläche erforderlich. Dies erfordert automatisch die Verwendung einer größeren Anzahl von Signalgebern, um die Signalisierung des Raumes sicherstellen zu können.

    • Die Formvorgabe mit quadratischer Grundfläche für Geräte der Kategorie W führt dazu, dass der eigentliche Signalisierungsbereich, den das Gerät abdecken könnte, an gewissen Stellen reduziert ist. Durch den künstlich verkleinerten Signalisierungsbereich wird folglich auch hier eine erhöhte Anzahl an Geräten notwendig.
    • Geräte der Kategorie O unterliegen keinen Restriktionen in der Formgebung, so dass die Ausbildung des größtmöglichen Signalisierungsbereiches in Form eines frei wählbaren Quaders möglich ist.


Anwendungsbeispiel

  • Kalkulation

    Exemplarisch soll ein Raum mit 20 m Länge, 8 m Breite und 3 m Höhe signalisiert werden. Dabei wird eine Planung mit den folgenden drei Geräten verglichen:

    • Die Pfannenberg-Blitzleuchte PYRA (Kategorie O) mit folgendem Signalisierungsbereich 11,1 m x 8,4 m x 6,3 m

    • Das gleiche Gerät, wenn es jedoch nur für die Deckenmontage zugelassen wäre. (siehe Vorteile von Kat. O) Signalisierungsbereich
      C-6-10,6.

    • Ein vergleichbares Gerät der Kategorie C-3-7,5. Aufgrund der vorgegebenen Signalisierungsbereiche ergibt sich folgender Bedarf an optischen Signalgebern:  


    Hier finden Sie eine exemplarische Kostenkalkulation


Die Konsequenzen von der Planung bis zur Inbetriebnahme

…für Planer und Ingenieure

  • Modifizierung der Vertragsgrundlagen
  • Modifizierung des Ausschreibungstextes/der Position
  • Berücksichtigung für aktuelle und zukünftige Projekte
  • Aufklärung des Auftraggebers
  • Prüfung bei Abnahme der optischen Signalgeber

…für Brandmeldetechnik-Sachverständige

  • Prüfungsgrundlage definieren/Zertifikate einfordern
  • Prüfung der optischen Signalgeber auf Funktion und Abgleich mit dem Datenblatt

…für Systemintegratoren

  • Erstellung der Systemzulassung gemäß EN 54-13
  • Implementierung von EN 54-23-konformen optischen Signalgebern

…für Elektroinstallations- und Errichterfirmen

  • Berücksichtigung für aktuelle und zukünftige Projekte, ggf. Information über fehlerhafte Position der Ausschreibung, ggf. Nachtragsstellung
  • Aufklärung der Auftraggeber
  • Modifizierung des Angebotstextes

…für Gebäudebetreiber

  • Prüfung der Vertragsunterlagen
  • Informationen an Planungsgesellschaft